Ratenvereinbarung

Vertrag über die Begleichung einer Verbindlichkeit in Teilzahlungen. Ratenvereinbarungen sind empfehlenswert bzw. notwendig, wenn die gesamte Forderung nicht auf einmal bezahlt werden kann. Durch die meist relativ hohe Zinsenbelastung liegt eine vergleichsweise teure Finanzierungsform vor. Bei Zahlungsschwierigkeiten sollten unverzüglich Verhandlungen mit den Gläubigern bezüglich Ratenvereinbarungen oder deren Anpassung an geänderte Verhältnisse aufgenommen werden.

Schuldenregulierung

Alle (Kredit4you) Maßnahmen, die geeignet sind, eine langfristig tragfähige Lösung der Überschuldung herbeizuführen.

Solidarbürgschaft

Haftung mehrerer Personen als Gesamtschuldner, wobei der Gläubiger die Forderung gegen jeden einzelnen in voller Höhe geltend machen kann.

Solidarhaftung

(s. auch Mithaftung)
Die Haftung mehrerer Personen als Gesamtschuldner.

Soll-Zinsen

Jene Zinsen, die der Kunde eines Geldinstitutes für das Gewähren einer Ausleihung zu zahlen hat.

Stundung

Verschiebung der "Fälligkeit" oder des tatsächlichen Zahlungszeitpunktes einer Forderung durch nachträgliche Vereinbarung mit dem Gläubiger. In der Praxis wird meist eine "reine Stundung" vereinbart, ohne die Fälligkeit der Forderung zu beeinflussen. Der Gläubiger stimmt nur der späteren Zahlung der Forderung zu, die Forderung selbst bleibt fällig; der Gläubiger verzichtet für den Stundungszeitraum auf die gerichtliche Geltendmachung durch Klage oder Exekution. Die Stundung empfiehlt sich zur Überbrückung von kurzfristigen Zahlungsproblemen. Die ausgesetzten Raten werden entweder auf die folgenden Raten aufgeteilt und erhöhen damit die weiteren Zahlungen, oder sie werden in der ursprünglichen Höhe, aber eben später bezahlt. In jedem Fall erhöht sich die Gesamtbelastung, der Schuldner zahlt mehr für seine offenen Schulden.

Tilgung

Die regelmäßig ratenweise oder einmalig gänzliche Rückzahlung einer Geldschuld. 
Bei Darlehen erfolgt die Tilgung/Rückzahlung entweder durch Tilgungsraten (Kapitalsraten) oder durch Annuitäten (Pauschalraten). Tilgungsraten beinhalten nur den zur Rückzahlung fälligen Kapitalbetrag, die Zinsen sind zu den jeweiligen Zinsterminen gesondert zu bezahlen. Annuitäten beinhalten neben dem zur Rückzahlung fälligen Kapitalbetrag auch die Zinsen. Da Annuitäten durch die ganze Darlehenszeit gleichbleiben - lediglich die letzte Rate ist geringfügig größer oder kleiner - ist am Beginn der Darlehenslaufzeit der Zinsanteil größer und der Tilgungsanteil kleiner, am Ende jedoch umgekehrt, da anfangs die kontokorrentmäßigen Zinsen aus einem größeren Schuldrest berechnet werden.

Überzahlung

Über die bestehende Ratenzahlungsverpflichtung hinausgehende Einzahlung auf ein Kreditkonto. Diese ist kostensenkend.

Überziehung, Überziehungskredit

Sollstand über einen eventuell eingeräumten Kreditrahmen bzw. Überziehungsrahmen hinaus.
Der Überziehungs- oder Dispositionskredit bietet vielen Bankkunden die bequeme Möglichkeit, ohne lästige Formalitäten kurzzeitig Kredit in Anspruch zu nehmen. Überziehungszinsen von bis zu 20 Prozent machen den Überziehungskredit nicht gerade zu einer preiswerten Angelegenheit. Geeignet ist die Kontoüberziehung nur für den kurzfristigen und überschaubaren Bedarf.

Umschuldung

Schuldenregulierung durch Wechsel der zugrundeliegenden Verträge beim gleichen oder zu anderen Gläubigern. Durch eine Umschuldung können verschiedenen Schulden zusammengelegt werden, die Anzahl der Gläubiger verringert sich. Häufiges Ziel von Umschuldungen ist die Erzielung günstigerer Konditionen (Zinsen, Gesamtbelastung, Ratenhöhe, Wechsel oder Verringerung der Sicherheiten etc.). Als Form der Schuldenregulierung ist eine Umschuldung nur zweckmäßig, wenn sie in einen umfassenden und durchdachten Zahlungsplan eingebettet ist. An der aktuellen Schuldenhöhe ändert nämlich auch eine Umschuldung nichts.

Vergleich

Vertrag zur Klärung streitiger, zweifelhafter oder uneinbringlicher Rechte unter beiderseitigem Nachgeben. Für beide Parteien zermürbende Schuldenprobleme können durch gerichtlichen oder außergerichtlichen Vergleich geregelt werden, der Schuldner verpflichtet sich dabei, eine reduzierte Leistung bei Restschuldverzicht zu erbringen. Vor Gericht oder bei einem Notar in Form eines vollstreckbaren Notariatsaktes geschlossene Vergleiche bilden Exekutionstitel. Außergerichtliche Vergleiche müssen notfalls im Zivilprozess durchgesetzt werden.

Verjährung

Jeder Anspruch, jede rechtliche Forderung kann verjähren, d.h. sie erlischt nach einer bestimmten, vom Gesetzgeber festgelegten Frist. Auch die Kapitalforderung, die eine Schuldverschreibung verbrieft, kann verjähren; ebenso der Anspruch auf die Zinsen. Beim Kapital beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre nach Fälligkeit, bei Zinsen drei Jahre nach dem Ende des Jahres der Fälligkeit. 
Es handelt sich dabei also um einen Verlust von Rechten, die durch eine bestimmte Zeit nicht ausgeübt werden. Werden Rechte nicht vor Ablauf der Verjährungsfirst durch Klage geltend gemacht oder vom Verpflichteten anerkannt, können sie gegen dessen Willen nicht mehr gerichtlich geltend gemacht werden. Bei Klagen auf verjährte Forderungen muss der Beklagte allerdings die Verjährung einwenden, sie wird nicht von Amts wegen beachtet. Wenn er es unterlässt, ergeht ein Versäumungsurteil und der Gläubiger verfügt trotz Verjährung über einen Exekutionstitel. Geldforderungen verjähren in der Regel innerhalb von 3 Jahren ab Fälligkeit bzw. dem letzten, geeigneten Betreibungsversuch. Die Verjährungszeit der meisten anderen Rechte beträgt 30 Jahre. Rechtskräftig festgestellte Forderungen verjähren nach 30 Jahren.

Vermögensverzeichnis (früher Offenbarungseid)

Auflistung des Einkommens und Vermögens im Exekutionsverfahren bzw. Aufstellung aller Aktiva und Passiva im Konkursverfahren. 
Im Exekutionsverfahren muss der Schuldner ein Vermögensverzeichnis vorlegen, wenn keine pfändbaren Gegenstände vorgefunden werden. Das Vermögensverzeichnis ist nicht vor Gericht zu beeiden, falsche oder unvollständige Angaben im Vermögensverzeichnis sind jedoch strafbar. 
Im Konkursverfahren ist die Vorlage eines genauen Vermögensverzeichnisses Voraussetzung für dessen Einleitung, wenn es an einem zur Deckung der Kosten des Konkursverfahrens voraussichtlich hinreichenden Vermögen fehlt.


Vinkulierung

Die Vinkulierung von (Versicherungs-)Ansprüchen dient (meist Kreditinstituten) zur Besicherung einer Forderung (Kredit, Kontoüberzug). Im Versicherungsfall (z.B. Ableben) kommt die Versicherungssumme dem Pfand-/Vinkulargläubiger zur Deckung der offenen Forderung zu Gute. Ist eine Versicherung verpfändet/vinkuliert, so kann man als Versicherungsnehmer nur mit Zustimmung des Pfand-Vinkulargläubigers den Vertrag verändern, stornieren oder Auszahlungen verlangen.