Effektivzinssatz

ist die Messzahl für den tatsächlichen Preis eines Kredits. Er bringt die Gesamtbelastung des Kredits pro Jahr zum Ausdruck und ist höher als der Nominalzinssatz, da zusätzliche Kostenbestandteile wie Kreditsteuer und Bearbeitungsgebühren, etc. berücksichtigt werden. Der Geldgeber ist dazu verpflichtet, den Effektivzinssatz des Kredites zu nennen.

EURIBOR

(Euro Interbank Offered Rate)
ist der Zinssatz, zu dem unter Primbanken in der EMU (Europäische Wirtschafts- und Währungsunion)-Zone um 11.00 Uhr vormittags Brüsseler Zeit Geld offeriert wird.

Existenzminimum

vom Gesetzgeber festgelegter Betrag zur Sicherung des Lebensunterhaltes eines Schuldners und dessen Unterhaltspflichtigen. Nur der darüberliegende Betrag ist pfändbar. Die Höhe des jeweils unpfändbaren Betrages ist abhängig von der Höhe des Einkommens und der Anzahl der Unterhaltspflichten.

Fälligkeit, Fälligstellung

Zeitpunkt, in dem eine Forderung bezahlt werden muss. Die Fälligkeit wird meist bei Vertragsabschluss vereinbart. Wurde kein Fälligkeitszeitpunkt festgelegt, kann der Gläubiger die Forderung jederzeit fälligstellen. Mit Eintritt der Fälligkeit können Verzugszinsen berechnet und gerichtliche Klage eingebracht werden.

Familieneinkommen

Einkommen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen

Fixrahmenkredit

Finanzierungsform, bei der der Kreditrahmen während der gesamten Laufzeit gleich hoch bleibt und am Laufzeitende auf einmal abzudecken ist.

Fixzinssatz
der Zinssatz wird für eine bestimmte Zeit fixiert. Solange die Kreditbedingungen eingehalten werden, kann er nicht einseitig geändert werden. 
Vorteil: Kein Zinsanstieg bei steigenden Zinsen
Nachteil: Keine Zinssatzsenkung bei fallendem Zinsniveau

Fremdwährungsfinanzierungen

Alternative zu €-Krediten, mit Zinsen- und Kurschancen/-risken.

Geschäftsfähigkeit

(siehe auch Kreditfähigkeit)
Fähigkeit durch eigenes rechtsgeschäftliches Handeln ein Recht zu erwerben oder eine Pflicht zu übernehmen. Auch die vertragliche Begründung von Schulden setzt die entsprechende Geschäftsfähigkeit voraus. Eintritt und Umfang der Geschäftsfähigkeit sind von Alter und geistiger Verfassung (siehe auch Sachwalterschaft) abhängig. Die volle Geschäftsfähigkeit tritt grundsätzlich mit Vollendung des 18. Lebensjahres ein. Ab diesem Zeitpunkt kann bei der Bank selbständig ein Kredit aufgenommen werden. Nicht voll geschäftsfähige Personen können bedeutsame Rechtsgeschäfte nur mit Genehmigung ihres gesetzlichen Vertreters oder Sachwalters abschließen. Verträge, die aufgrund mangelnder Geschäftsfähigkeit bei Abschluss oder mangels Genehmigung ungültig sind, können nachträglich, zB durch spätere Genehmigung oder durch Anerkenntnis nach Erreichen der Volljährigkeit, geheilt werden.
Bei gerichtlicher Klage auf Leistungen aus dem ungültigen Vertrag muss der Beklagte im Prozess die Ungültigkeit einwenden und beweisen. Werden diese Schritte, etwa im blinden Vertrauen auf die Ungültigkeit unterlassen, dann erreicht der Gläubiger ein Versäumungsurteil und damit einen gültigen Exekutionstitel. Stellt sich heraus, dass ein Rechtsgeschäft (zB der Kreditvertrag eines Jugendlichen) ungültig ist, so muss grundsäztlich jeder Vertragspartner die erhaltenen Leistungen zurückerstatten, soweit diese noch vorhanden sind (also etwa den Kreditbetrag oder den darum angeschafften Gegenstand).

Girokonto

Bankkonto mit jederzeitiger Verfügungsmöglichkeit durch Einzahlung, Barabhebung, Überweisung oder Scheck. Andere geläufige Bezeichnungen sind Gehaltskonto, Kontokorrentkonto oder laufendes Konto. Das Konto kann aufgrund einer Vereinbarung mit der Bank oder durch formlose Einräumung bis zu einer bestimmten Höhe überzogen werden. Vor allem bei häufigen oder hohen Kontoüberziehungen sollte ein möglichst günstiger Sollzinssatz vereinbart werden. Seit 1.1.1994 sind Verbrauchergirokontoverträge schriftlich abzufassen. Dieser Vertrag muss insbesondere die Kontoführungsgebühren, den Jahreszinssatz für Guthaben, einen Hinweis auf den Aushang des geltenden fiktiven Jahreszinssatzes für Überziehungen sowie die Modalitäten für eine Beendigung des Vertragsverhältnisses erhalten. Mindestens einmal jährlich hat die Bank die Kontoführungsgebühren, die Änderung der Habenzinsen sowie eine allfällige Änderung der Bedingungen für die Beendigung des Vertragsverhältnisses bekanntzugeben. Bezüglich der jeweils geltenden Überziehungszinsen wird immer nur auf den aktuellen Aushang verwiesen.

Gläubiger

Alle physischen und juristischen Personen, die beim Schuldner eine Forderung aufgrund eines vertraglichen oder gesetzlichen Schuldverhältnisses geltend machen.

Gläubigerschutzverband

Die bevorrechteten Gläubigerschutzverbände (Kreditschutzverband von 1870, Alpenländischer Kreditorenverband) bieten für Gläubiger umfassende Informations-, Inkasso- und Hilfsdienste an, erheben und sammeln wirtschaftlich relevante Daten über Kreditnehmer und können Gläubiger im Insolvenzverfahren vor Gericht vertreten.

Habenzinsen

Habenzinsen sind jene Zinsen, die man für Guthaben bekommt. Der Habenzinssatz ist meist pro Jahr (per anno = p.a.) in Prozent ausgewiesen. Vom Zinsertrag ist meist die Kapitalertragssteuer (KEST) zu bezahlen, die dzt. 25 % des Zinsgewinnes ausmacht. Der Habenzinssatz kann mit der Bank ausverhandelt werden und richtet sich u.a. auch nach der Höhe des eingelegten Kapitals und nach der Zeit der Bindung des Kapitals.
Im Gegensatz zu den Habenzinsen stehen die Sollzinsen, die für ausgeliehenes Geld (Kredit, Kontoüberzug etc.) bezahlt werden müssen.

Haftung

Wer eine Forderung (Vertrag) eingeht, haftet in der Regel dafür. Wer für einen Kredit, eine Forderung etc. haftet, muss damit rechnen, auch tatsächlich zahlen zu müssen. Wenn z.B. der Kreditnehmer als Haftender vereinbarungsgemäß seine Rate bezahlt, muss der Bürge (ebenfalls Haftender) keine Zahlungen leisten, obwohl er für den offenen Betrag haftet. Sollte jedoch der Kreditnehmer als Zahler ausfallen, so wird der Bürge - aufgrund seiner Haftung - zu Zahlungen herangezogen.

Hypothek

= Pfandrecht
Im Grundbuch eingetragenes Pfandrecht an einer Liegenschaft zur Besicherung einer Forderung (Belastung einer Liegenschaft; Sonderformen: Simultanhypothek, Höchstbetragshypothek). Bei Zahlungsverzug können Gläubiger die Versteigerung der Liegenschaft (Haus, Grundstück, Wohnung) nach Erwirkung eines rechtskräftigen Exekutionstitels beantragen und werden je nach Pfandrang befriedigt. Eine Hypothek verringert das Ausfallsrisiko des Gläubigers ganz wesentlich, hypothekarisch sichergestellte Forderungen sollten daher vergleichsweise niedrig verzinst sein. Die Grundbuchseintragung ist für die KreditnehmerInnen jedoch auch mit Kosten verbunden, diese betragen, neben den Gerichtskostenmarken für den Antrag, 1,1 % der Kreditsumme samt Nebengebühren

Immobilienverwertung

... bedeutet die Versteigerung von Grundstücken, Eigentumswohnungen oder Häusern wegen Nicht-Bezahlen einer Forderung. 
Ist ein Gläubiger (siehe Gläubiger) mit seiner Forderung im Grundbuch eingetragen, so kann dieser die Versteigerung (Verwertung) der Liegenschaft beantragen. Ist der Gläubiger nicht im Grundbuch eingetragen, so kann er diese Eintragung mittels Klage erwirken.
Wird die Liegenschaft, Wohnung, Haus etc. zur Versteigerung ausgerufen, so beträgt der Ausrufpreis nur die Hälfte des Schätzwerts. D.h. die Immobilie wird möglicherweise weit unter dem wahren Wert versteigert. Der Erlös der Verwertung kommt den Gläubigern - gemäß ihrer rangmäßigen Eintragung im Grundbuch - zur Deckung ihrer Forderung zu Gute.